Berechnen von Psi-Werten und U-Werten, um den durch Wärmebrücken verursachten zusätzlichen Energieverlust zu berücksichtigen.

Anhand von typischen Anwendungsbeispielen berechnen wir Psi-Werte und  U-Werte.

Ein Psi-Wert ist eine Korrekturgrösse bei der Berechnung des Transmissionsverlustes von Gebäudehüllen. Der Psi-Wert quantifiziert den zusätzlichen Energieverlust pro Grad Celsius und Laufmeter, der bei einer vereinfachten Betrachtungsweise des Energieverlustes mit U-Werten und Flächen nicht  berücksichtigt wurde.

Wie der Psi-Wert berechnet werden soll, hängt daher von der Berechnungsart der vereinfachten Betrachtungsweise ab. Die vereinfachten Betrachtungsweisen sind in internationalen und nationalen Vorschriften zur Berechnung des Transmissionsverlustes festgelegt. Dieselbe Konstruktion kann also je nach nationalen Vorschriften verschiedene Psi-Werte aufweisen!

Psi-Wert mit zwei Basisbauteilen

Psi-Werte mit zwei Basisbauteilen werden sinnvollerweise für Konstruktionen berechnet, bei denen zwei Bauteile miteinander verbunden sind (z.B. Übergang Wand-Boden) oder bei denen eine Konstruktion durch eine lokale Konstruktion gestört wird (z.B. Riegel bei einer Glasfassade).

Zusammenfassung

  • Ein Psi-Wert mit zwei Basisbauteilen wird mit dem Psi-Wert-Werkzeug 2 Bauteile durch drei Klicks mit der Maus definiert. Die ersten beiden Punkte legen den Bereich fest, für den der Wärmestrom berechnet werden soll. Der dritte Punkt (Referenzpunkt) unterteilt den Bereich in zwei Teile mit je unterschiedlichen U-Werten. Die Punkte werden bei aktivierten Fangfunktionen (Gitterpunkt, Hilfslinien und Objekteckpunkte, vgl. Menü Anordnen) gefangen.
  • Die Kennwerte zur Berechnung des Psi-Wert-Objekts können im Eigenschaften Flyout angepasst werden.

Psi-Wert mit drei Basisbauteilen

Psi-Werte mit drei Basisbauteilen werden sinnvollerweise für Konstruktionen berechnet, bei denen drei Bauteile sequentiell miteinander verbunden sind, oder bei denen entweder zwei Mal dieselbe Verbindungskonstruktion vorkommt (z.B. zwei gleiche Einspannungsarten bei einem Pfosten) oder eine Verbindung zwischen zwei Bauteilen "wärmebrückenfrei" ist (z.B. Einbau eines Fensters mit Maske anstatt Glaspaket).

Zusammenfassung

  • Ein Psi-Wert mit drei Basisbauteilen wird mit dem Psi-Wert Werkzeug 3 Bauteile durch vier Klicks mit der Maus definiert. Die ersten beiden Punkte legen den Bereich fest, für den der Wärmestrom berechnet werden soll. Der dritte und der vierte Punkt (Referenzpunkte) unterteilen den Bereich in drei Teile mit je unterschiedlichen U-Werten. Die Punkte werden bei aktivierten Fangfunktionen (Gitterpunkt, Hilfslinien und Objekteckpunkte, vgl. Menü Anordnen) gefangen.
  • Die Art des Psi-Wertes muss im Eigenschaften Flyout angepasst werden: Zweimal dieselbe Verbindungskonstruktion (d.h. zweimal derselbe Psi-Wert) oder eine Verbindung mit Psi-Wert und die zweite Verbindung ohne Psi-Wert.
  • Der U-Wert des mittleren Bauteils muss im Eigenschaften Flyout eingegeben werden. Dieser wird entweder über die Tastatur eingegeben oder wird via Pipette durch Klicken auf ein U-Wert-Objekt einer anderen Datei übernommen.
  • Die anderen Kennwerte zur Berechnung des Psi-Wert-Objekts können ebenfalls im Eigenschaften Flyout angepasst werden.

Randverbund Psi-Wert

Randverbund Psi-Werte gemäss EN ISO 10077-2 werden für die wärmetechnische Beurteilung von Fensterrahmen Glaspaketrandverbunde bzw. -einspannungen berechnet.

Zusammenfassung

  • Ein Randverbund Psi-Wert gemäss EN ISO 10077-2 wird mit dem Psi-Wert-Werkzeug Randverbund berechnet. Dies erfolgt in zwei Schritten: Zuerst wählen Sie das Resultatobjekt aus, für welches der Randverbund Psi-Wert angezeigt werden soll, anschliessend wählen Sie die Datei mit der Rahmen-U-Wert-Berechnung des Fensterrahmens aus.
  • Der Pfad zur Datei mit der Rahmen-U-Wert-Berechnung kann im Eigenschaften Flyout angepasst werden.

Äquivalenter U-Wert

Äquivalente U-Werte werden sinnvollerweise für Konstruktionen mit periodisch auftretenden Wärmebrücken berechnet (z.B. Dachkonstruktion mit Sparren). Der äquivalente U-Wert berücksichtigt bereits den Einfluss dieser Wärmebrücken.

Zusammenfassung

  • Ein äquivalenter U-Wert wird mit dem U-Wert-Werkzeug Äquivalenter U-Wert durch drei Klicks mit der Maus definiert. Die ersten beiden Punkte legen den Bereich fest, für den der Wärmestrom berechnet werden soll. Der dritte Punkt legt die Position der Vermassungslinie fest. Die Punkte werden bei aktivierten Fangfunktionen (Gitterpunkt, Hilfslinien und Objekteckpunkte, vgl. Menü Anordnen) gefangen.
  • Die Kennwerte zur Berechnung des U-Wert-Objekts können im Eigenschaften Flyout angepasst werden.

Fugen U-Wert

Fugen U-Werte gemäss EN 13947 werden bei Pfosten-Riegelkonstruktionen berechnet. Im Gegensatz zum Rahmen U-Wert gemäss EN ISO 10077-2 beinhaltet  der Fugen U-Wert bereits den Einfluss des Glaspaketrandverbundes bzw. der Glaspaketeinspannung.

Zusammenfassung

  • Die Berechnung des Fugen Uf-Werts wird für das markierte Resultat Objekt entweder durch den Menübefehl Resultate.U-Wert-->Fugen Uf-Wert... oder durch Aufruf des entsprechenden Resultatobjekt Kontextmenübefehls oder mit dem U-Wert Werkzeug Art Rahmen-U-Wert gestartet. Im sich öffnenden Rahmenmaterial Dialogfenster werden alle Rahmenmaterialien (ohne Fensterdichtungen) festgelegt.
  • Sowohl die Rahmenmaterialien als auch andere Kennwerte, welche die Berechnung beeinflussen, können im Eigenschaften Flyout angepasst werden.

Rahmen U-Wert

Die Berechnung von Rahmen-U-Werten gemäss EN ISO 10077-2 wird erklärt im Tutorial  Assistenten und Fensterrahmen-Analyse.