Beim Zuweisen der Randbedingungen definieren Sie jeweils nur den
Startpunkt der Randbedingung (vgl. auch Einführungsbeispiel 1).
Diese Randbedingung gilt von diesem Punkt bis zum Startpunkt der
nächsten Randbedingung, die im Gegenuhrzeigersinn (respektive für
innere Ränder - z.B. Hohlraum bei einem Kamin, Fussbodenheizung -
im Uhrzeigersinn) folgt.
Gemäss Norm EN ISO 10077-2 können in den Ecken auf der
Innenseite des Flügelrahmens spezielle Randbedingungen für Bereiche
mit reduzierter Strahlung und Konvektion gesetzt werden (vgl.
Abbildung 3).
Die Randbedingung für reduzierte Strahlung und Konvektion kann auf
der Innenseite im Bereich von Ecken angewendet werden, wobei die
Breite b im Normalfall gleich gross wie die Tiefe d ist, jedoch
maximal 30 mm betragen darf.

Abbildung
3
In unserem Beispiel können wir an zwei Stellen auf der
Innenseite des Flügelrahmens die Randbedingungen anpassen. Dies
kann in flixo professional auf 2 Arten erfolgen:
- Setzen einer speziellen Randbedingung, welche automatisch bei
der Vorbereitung der Berechnung die Eckbereiche erkennt und die
entsprechenden Randbedingungen setzt.
- Manuelles Festlegen der Randbedingungen an den entsprechenden
Stellen.
In diesem Einführungsbeispiel werden wir die automatische
Variante anwenden.
Oberflächen können speziell behandelt sein, so dass der
Energietransport durch Strahlung innerhalb von Lufthohlräumen
reduziert ist. Die Berücksichtigung von
Strahlungseigenschaften bei Lufthohlräumen, welchen von den
Standardeigenschaften abweichen, kann in flixo professional auf 2
Arten erfolgen:
- Setzen von speziellen Strahlungsrandbedingungen. flixo
professional berechnet die für die Berechnung der äquivalenten
Leiteigenschaften benötigten resultierenden Emmisivitäten in
Wärmestromrichtung automatisch.
- Explizites Vorgeben der resultierenden Emmissivitäten in
Wärmestromrichtung in den Lufthohlraummaterialien.
In diesem Einführungsbeispiel werden wir die
Strahlungseigenschaften mittels Randbedingungen festlegen.
Zusammenfassung
- Die Randbedingungen sind im Randbedingungen Flyout angeordnet.
Im unteren Teil befinden sich die Randbedingungen der Datenbank und
im oberen Teil alle Randbedingungen des Dokumentes.
- Neue Randbedingungs-Objekte werden mit dem Randbedingung
Werkzeug erzeugt. Sie definieren jeweils nur den Startpunkt einer
Randbedingung, diese gilt bei äusseren Rändern im
Gegenuhrzeigersinn bis zum Startpunkt der nächsten
Randbedingung.
- Sie können die aktive Randbedingung entweder in der oberen
Liste aller im Dokument vorhandener Randbedingungen oder bei den
Werkzeug Eigenschaften auswählen.
- Randbedingungen der Art Fensterrahmen erkennen Ecken gemäss EN
ISO 10077-2 und setzen automatisch die korrekten h-Werte
(Wärmeübergangskoeffizienten) bzw. R-Werte
(Wärmeübergangswiderstände) gemäss Norm.
- Mit der Option Nur Ecken mit Richtungsänderung in den
Randbedingung Werkzeug Eigenschaften können Sie die möglichen
Startpunkte auf Konstruktionsumriss Ecken mit Richtungsänderungen
einschränken.
- Die Linienzüge der gesetzten Randbedingung werden angezeigt,
falls die entsprechende Option im Optionen Dialogfenster ausgewählt
wurde. Die Anzeige erfolgt - je nach Komplexität der Konstruktion
und benutzter Hardware - zeitverzögert. Sie können jedoch ohne
Einschränkungen sofort weiterarbeiten.
Strahlungseigenschaften in Wärmestromrichtung werden entweder
direkt dem Lufthohlraummaterial zugeordnet oder von flixo
professional berechnet. Im Optionen Dialogfenster können Sie die
Methode festlegen.
- Falls die Strahlungseigenschaften von flixo professional
berechnet werden, weisen Sie den Oberflächen mit Hilfe des
Randbedingung Werkzeugs Strahlungseigenschaften zu oder erzeugen
Sie diese automatisch an Hand einer Material
Strahlungseigenschaften Zuordnungstabelle mit dem Lufthohlraum EN
ISO 10077-2 Werkzeug.
- Falls die resultierenden Strahlungseigenschaften in
Wärmestromrichtung von Ihnen vorgegeben werden, legen Sie diese im
Material Dialogfenster fest.
